1886 – Peary – erster Versuch einer Grönland Durchquerung

Vorgeschichte

Peary war, von Jugend an, ein begeisterter Leser von Büchern über Arktisexpeditionen und er verschlang alles, an Literatur, was er bekommen konnte. So war es schon fast bestimmt, das er für Reisen in die Arktis begeistert war und er schließlich seine eigene Fahrt in die arktische Region plante.

Er wollte seine erste Fahrt in die Arktis durch folgenden Plan verwirklichen. Er hielt Vorträge und wollte so Sponsoren für seine Unternehmung gewinnen. Die Expedition sollte das grönländische Inlandeis in Höhe des 70. Breitengraden von West nach Ost durchqueren. Doch alle seine Bemühungen brachten keinen Erfolg, die Sponsoren blieben aus. Was ihm jedoch gelang war, das er für sechs Monate von seinem Arbeitgeber, der Marine, freigestellt wurde, was sicher auch durch die Hilfe von einflussreichen Bekannten bewirkt wurde.

Da der Erfolg mit den Sponsoren ausblieb, bekam Peary 500$ von seiner, von ihrem Sohn, begeisterten Mutter.

Spät im Mai 1886 bestieg Peary in der Stadt Sydney1, auf der Insel Cap Breton, in der kanadischen Region, Neuschottland (Nova Scotia), das Walfangschiff „EAGLE“ mit Kurs auf Godhavn. Auf der „EAGLE“ machte Peary, unter der Anleitung des Kapitäns Jackmann, welcher die arktischen Gewässer kannte, erste Erfahrungen auf einem Schiff das sich durch Eis manövrierte.

Godhavn

Am 6.Juni 1886 erreichte Peary, mit dem Schiff „EAGLE“, die Siedlung Godhavn in der Disco Bay an der Westküste Grönlands. Als Peary in Godhavn anlegen wollte wurde ihm das zunächst verweigert, da keine Genehmigung vorlag. Wie Peary letztendlich doch noch eine Genehmigung zum Anlegen in Godhavn kam und der dänische Gouverneur der dieser Siedlung vorstand seine Ablehnung gegenüber, Peary, aufgab wird in einer Überlieferung wie folgt beschrieben. Der „Onkel aus Amerika“ machte sich beliebt bei den Kindern des Gouverneurs. Etwa durch das beschenken der Kinder mit Orangen gewann er die Herzen der Kinder, und konnte so den Vater umstimmen sodass, er, es Peary sogar erlaubte in seinem Haus zu wohnen.

Bei einem Besuch der kleine Siedlung Ritenbenk, dort wo Peary das Inlandeis von der Siedlung aus sehen konnte, begegnete er einem Dänen der von der Unternehmung Peary’s begeistert war. Der Name des Mannes war Christian Maigaard, er war der Assistant des Gouverneurs, er entschloss sich bei der Unternehmung von Peary teilzunehmen, was sehr in Peary’s Interesse lag.

Inlandeis

Die beiden, Peary und Maigaard beluden am 23.Juni, die Schlitten und brachten ihre Ausrüstung die Steilküste hinauf, von dort setzten sie Ihren Marsch auf dem Inlandeis fort. Am Ende konnten sie bis 160 Kilometer in das Innere von Grönland vorstoßen, wo sie in Höhen von etwa 1000 m über Meereshöhe vorstießen.

All das geschah bei schlechten Wetterbedingungen.

Nach dem sie dieses Vollbracht hatten mussten sie feststellen, das eine geplante Durchquerung Grönlands bei dieser Unternehmung, nicht mehr zu realisieren war. Zu sehr waren sie durch die Wettereinflüsse und die ungewohnte schwere Arbeit geschwächt. Schweren Herzens musste Peary dieser Tatsache ins Auge sehen und sich zur Umkehr entschließen. Doch für Peary war das keine Kapitulation, sondern ein Anreiz um diesen Traum von einer Grönlanddurchquerung später zu verwirklichen.

Peary stand am Beginn einer langen Reihe von Expeditionen in die Arktis, die ihn später in die Geschichte der Arktiseroberung eingehen lassen sollte. – Noch Heute werden seine Expeditionen kontrovers diskutiert.

Zurück

Der Rückweg nach Godhavn wurde durch den günstigen Ostwind auf dem Inlandeis zu einer nicht so kräftezehrenden Angelegenheit wie auf der Hinreise, und sie erreichten ihr Schiff, die „EAGLE“ am 19.Juli 1886.

Das Schiff brachte Peary nach einer stürmischen Rückfahrt sicher nach New York zurück. Maigaard blieb auf Grönland, wo er zuhause war.

Als Peary in New York ankam wurde er enthusiastisch gefeiert und man bat ihm Einladungen zu Vortragsveranstaltungen an, auf denen er über seine Erlebnisse vor einem breiten Publikum berichten konnte und auf denen er schon seine weiteren Pläne umreißen konnte.


Quellen:

  • Q104, Emersleben, Otto, Robert Edwin Peary – Ein amerikanischer Traum vom Pol, Verlag Neues Leben, Berlin, 1991, 3-355-01289-0

  • Q136, Mills, William James, Exploring Polar Frontiers – A historial encyclopedia Volume Two M-Z, ABC Clio, Santa Barbara (CA), 2003, 1-57607-422-6