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1619 – 1620 Jens Munk – Nordwestpassage

1619 – 1620 Jens Munk – Nordwestpassage

Beginn: 9.Mai 1619 auslaufen aus Kopenhagen
Schiffe:

  • „Lamprenen“ – eine Jacht
  • „Enhiørningen“ (Einhorn) – eine Fregatte – (Der dänische Köng Christian der IV taufte das Schiff auf diesen Namen, weil im Jahr des Stapellaufs (1605) bei Island ein Narwal gefunden wurde, der ein extrem langes Horn besaß.)

Mannschaft: insgesamt 64 Mann

  • Movritz Stygge †12.04.1620
  • William Gorden 1. Steuermann auf der „Enhiørningen“ †08.04.1620

Beschreibung:

Einer der ersten wichtigen Seefahrer im Eis war der Däne Jens Munk (1579 – 1628), der im Auftrag des dänischen Königs Christian IV. den Auftrag bekam, den Seeweg von der Hudsonbai in den Stillen Ozean zu finden.

  • 9.Mai 1619 auslaufen aus Kopenhagen.

Mit mangelhaften Navigationsgeräten ausgestattet verfehlte er jedoch die Hudsonstraße und musste bei Munkhavn überwintern.

Von 64 Leuten überlebten nur drei Seeleute einschließlich Munk, die 1620 die Rückfahrt nach Norwegen schafften.

Anmerkung:

Im Original erhaltenen Bordbuch gibt es Randbemerkungen die in der Gedruckten Version nicht vorhanden sind, die Auskunft geben über den katastrophalen Zustand der Mannschaft im Jahr 1620, sie lauten wie folgt:

  • 20. Februar, 21 Leichen
  • fünf Tage später, 22 Leichen
  • 9. März , 26 Leichen
  • 1. April, 34 Tote
  • 16. April, 47 Tote
  • 6. Mai, 53 Tote
  • 4.Juni, 61 Tote – der Tag der letzten Eintragung ins Bordbuch

Die Letzten Zeilen die Jens Munk am 4. Juni 1620 ins Bordbuch schrieb:

Da ich nun keine Hoffnung mehr habe, in dieser Welt länger leben zu können, so bitte ich in Gottes Namen, falls Christenmenschen hierher gelangen sollten, meine armseligen Gebeine und die der anderen, die sich hier befinden, in die Erde zu senken – Gott im Himmel wird es lohnen – und diese Relation (1)  meinem gnädigsten Herrn und König zuzustellen (denn jedes Wort darin entspricht der Wahrheit), damit meine großen Anstrengungen und mein jämmerlicher Tod meiner armen Frau und meinen Kindern nützen mögen.Hiermit der Welt Gute Nacht und meine Seele in Gottes Hand.“

Jens Munk

Quelle: Q81
(1) - Aufzeichnungen

1609 – 1. Jens Munk Expedition – Nowaja Semlja

1609 – 1. Jens Munk Expedition – Nowaja Semlja

Ziel: Erkundung von Nowaja Semlja

Schiffe: Es waren zwei Schiffe sein eigenes und das seines Kompagnon Jens Hvid, die Namen der Schiffe sind nicht bekannt.

Chronologie:

Datum:

Beschreibung:

21.05.1609

Jens Munk und Jens Hvid verlassen Kopenhagen.

Jens Munk fährt an der Westküste Norwegens entlang umfährt das Nordkap und erreicht das weisse Meer, Munk wollte weiter nach Nowaja Semlja aber sein Kompagnon Hvid wollte nicht weiter nach Norden.

Die beiden eingten sich auf einen Kompromiss, Hvid sollte sich einen Winterhafen an der Halbinsel Kanin ==>suchen, während Munk weiter nach Nowaja Semlja fuhr.

21.06.1609

Am 21. Juni trennten sich beide Schiffe an der Halbinsel Kanin.

24.06 1609

24. Juni 1609 vor Nowaja Semlja sichtet Munk Land, dabei handelt es sich um die Insel Kolgujew, die etwa hundert Kilometer vom Russischen Festland entfernt ist.

Munk geht bei der Insel vor Anker und schickt einige von seinen Leuten an Land , sie sollen nach Menschen suchen, aber am Ende finden sie nichts von Bedeutung.1

Munk legt von der Insel ab und begibt sich in Richtung Nowaja Semlja, am Abend gerät er in dichtes Eis. Er ist gezwungen den Rückzug anzutretten, er wird wohl sein Ziel in diesem Jahr nicht mehr erreichen.

26.06.1609

26.Juni – Um sich vor dem vorrückenden Eis in Sicherheit zu bringen fährt er zurück zur Insel Kogujew zurück um im Osten der Insel vor Anker zum gehen. An dieser Stelle der Insel setzt er wieder einige seiner Leute an Land um diesen Teil der Insel zu erkunden, auch dieses mal finden sie nichts von Bedeutung.

Am selben Abend des 26.Juni lichtet das Schiff den Anker und begab sich in Richtung des Naturhafens im Süden der Insel.

27.06.1609

Am Morgen des 27. Juni kommt die Expedition in dichtes Packeis und wenig später sitzt das Schiff fest im Griff des Eises.2

Von nun an geht alles sehr schnell, das Schiff ist wie die Seeleute sagen „klinkerkrank“. Das bedeutet, das alle Nägel unterhalb der Wasserlinie verrostet sind, durch diesen Umstand wird das Schiff schnell vom Eis zerquetscht und sinkt noch am selben Tag. Munk und seiner Manschaft gelingt es aber noch ein Beiboot und einige Lebensmittel auf das Eis zu holen. Später erreichen sie die Insel Kalgujew.

Das Beiboot konnte mit Holzresten aus dem gesunkenen Schiff so verbreitert werden, das die ganze Mannschaft darin Platz finden konnte.

19.07.1609

Die Schiffbrüchigen verlassen die Insel Kalgujew und machen sich auf in Richtung des Winterhafens von Hvid an der Halbinsel Kanin

21.06.1609

Die beiden Mannschaften treffen sich auf der Kanin-Halbinsel wieder. Zusammen setzen sie ihre Reise nach Archangelsk fort.

18.08.1609

Nach einem längeren Aufenthalt in Archangelsk läuft ihr Schiff in Richtung Heimat aus.

26.09.1609

Die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle und so erreichten sie am 26. September 1609 Kopenhagen.

 

1Q81 S.169 – 170

2Q81 S. 173