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  • 1944/45 – Wettertrupp „Haudegen“

    Warum wurden in der Arktis Wetterstationen errichtet?

    – Das Wetter in den hohen Breitengraden war für die deutsche Kriegsführung extrem wichtig, weil die Deutschen keine Wetterdaten aus „Feindeshand“ bekamen und ihnen auch nicht getraut hätten. So kam es das die Deutschen zahlreiche Wetterstationen in der Arktis errichten mussten.

    Vorbereitung auf die Expedition:

    Im Übungslager „Goldhöhe“ im Riesengebirge werden die Teilnehmer der „Haudegen“-Mission im Winter 1943/44 unter realistischen Bedingungen auf ihren geheimen Einsatz vorbereitet.Der Einsatz war so geheim, das sie selbst nur die Information erhielten: es gehe um einen längeren Aufenthalt im nirgendwo des Nordens, und ihre Angehörigen dürften während der gesamten Zeit keine Nachricht von ihnen erhalten – und umgekehrt.

    Die Versuchsstation wurde 1938 von Kurt Herdemerten, nach seiner Rückkehr von der Herdemerten-Grönland-Expedition, gegründet. Auf Anregung von Hans-Robert Knoespel ließ Admiral Fritz Conrad im Winter 1942/43 die Station zum einem Trainingslager der Marinewettertrupps ausbauen.

    Die jungen Männer gingen in Wismar an Bord mit dem Ziel Tromsø, dort angekommen erfuhren sie das ihr Voraus-U-Boot, die U-354, auf dem 74. Breitengrad, nahe der Bäreninsel, mit allen Mann und Vorräten in einer Geleitzugschlacht versenkt worden war. Trotz dieser schlechten Nachricht blieben alle Männer freiwillig beim Trupp „Haudegen“. Das U-Boot wurde durch U-307 ersetzt.

    Beginn:

    Die Expedition wurde mit dem ehemaligen Fischdampfer „Karl J. Busch“ unter Steuermann Sittig und dem Geleit U-Boot 307 am 14.September 1944 zur Wordiebucht im Rijpfjord gebracht. Die Aufgabe des „Wettertrups Haudegen“ war die Erfassung und Übermittlung strategisch wichtiger Wetterdaten für die Krigsführung. Die Männer des Trups „Haudegen“ dürfen um nicht entdeckt zu werden bis zum Eintritt der Polarnacht keine Wetterdaten übermitteln. Die Wetterdaten wurden zu einer Funkstation in Tromsö gefunkt, erst verschlüsselt und später nach der Kapitulation unverschlüsselt.

    Mitglieder des Wettertrupp‘s Haudegen:

    • Dr. Wilhelm Dege (1910 – 1979) militärischer und wissenschaftlicher Leiter
    • Wilfried Maaß, Radiosondendienst und stellvertretender wissenschaftlicher Leiter
    • Arthur Baumann, synoptischer Wetterdienst
    • Heinrich Ehrich (1921-1974), Funkstationsleiter und stellvertretender militärischer Leiter
    • Hannes Semkat, Funk und Wetterdienst
    • Heinz Schneider,Funk und Wetterdienst
    • Werner Schlösser,Funk und Wetterdienst
    • Siegfried Czapka,(18 Jahre) Funk und Wetterdienst
    • Heinz Grams,Funk und Wetterdienst
    • Gustav Scheidweiler, Funkmechaniker und Wetterdienst
    • Josef Reyer, Lager- und Wetterdienst
    • – Des weiteren war Dr. Herbert Rieche, stellvertretender Expeditionsleiter (er verließ die Station wieder und sollte 1945 zurück kommen und die Station neu besetzen).

    Weitere Unternehmungen:

    Da der Operationsbefehl es freistellte auch zivile Forschung zu betreiben, wurden wenn die Zeit es zuließ, Erkundungen der Umgebung oder auch größere Expeditionen wie die Folgende unternommen.

    Während des Aufbaues der Station unternahm Dr.Dege und Semkat vom 17. bis 21.September 1944 eine Erkundungsfahrt mit dem U-Bott 307, auf dieser Fahrt wurden auch eventuelle Ausweichlager im Duvefjord, Wahlenbergfjord und Bergströmodden ausgelegt. In dieser Zeit umrundeten die unter dem Kommandanten Herrle Obersteuermann Wiesemann das gesamte Nordostland von Spitzbergen. Das Leben fern ab des Kriegsgeschehens verlief friedlich, die größte Gefahr ging von Eisbären aus, so gab es den Befehl dass die Männer nur zu zweit und bewaffnet die Toilette benutzen durften.

    Polarnacht

    Wilhelm Dege ließ keine Langeweile in der Polarnacht aufkommen, es gab richtigen Unterricht in den Unterkünften der Mannschaft, mit Fächern wie Erdkunde, Deutsche Literatur,Physik, und Mathematik.

    Kapitulation

    Am 2.Mai erhält „Haudegen“ die Nachricht, daß Hitler „gefallen“ sei.

    Die Männer im hohen Norden wurden nach der Kapitulation vergessen, doch hofften sie auf eine baldige Rückkehr nach Deutschland, die sollte sich noch um einige Zeit hinziehen. Der Wettertrupp „Haudegen“ wurde erst am 3.September 1945 vom norwegischen Fischkutter „Blåsel“ abgeholt, um ihnen eine weitere Überwinterung zu ersparen.

    Die Männer des Wettertrupp‘s waren die letzten deutschen Soldaten die kapitulierten, sie kapitulierten indem sie ihre Waffen dem Kapitän des norwegischen Schiffes auslieferten,

    Alle Männer kamen für kurze Zeit in englische Gefangenschaft in Norwegen, aus der sie am Ende des Jahres 1945 entlassen wurden und nach Deutschland zurück kehren durften.


    Quelle:

    Q3 S. 424 + 425

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/kriegsende-in-der-arktis-fotostrecke-106546-7.html

    Anmerkung:

    Seit Januar 2010 darf das Areal der Anlage „Haudegen“ nicht mehr betreten werden – „Haudegen“ gehört zu den „historischen Stätten“ Norwegens.

    Der Deckname «Haudegen» für den Marinewettertrupp leitet sich aus dem Namen seines Leiters Wilhelm Dege ab.
    Quelle: http://www.polarnews.ch/arktis/geschichte/311-vergessene-helden

    —>Siegfried Czapka ist 90 Jahre alt (2015)←–

    Bildquellen:

    Weitere Link’s zur Vertiefung:

    Buchtip : Wettertrupp »Haudegen« – die letzte deutsche Arktisstation des Zweiten Weltkrieges – Gefangen im arktischen Eis Autor: Wilhelm Dege


  • 1935 Ernst Sorge – privat Expedition – Spitzbergen

    Bezeichnung: Ernst Sorge privat Expedition
    Auftrag: Messungen auf Spitzbergen
    Expeditionsleiter: Ernst Sorge
    Expeditionsteilnehmer:

    • Frau Sorge
    • Oskar Lutz (Bergsteiger)

    Ausführliche Beschreibung:

    Private finanzierte Expedition von Ernst Sorge, mit seiner Frau und dem Bergsteiger Oskar Lutz nach Spitzbergen. Sorge führte Messungen der Wassertiefen mit einem Faltboot durch.


  • 1926 – Richard Evelyn Byrd – Mit Flugzeug zum Nordpol

    Der Amerikaner Korvettenkapitän Richard Evelyn Byrd mit seiner dreimotorigen Fokker F VII Josephine Ford, mit der er hoffte den Nordpol als Erster zu überfliegen, in der Kings Bay bzw. dem zugefrorenen Kongsfjord, eingetroffen.
    Byrd wollte auf Kufen statt auf Schwimmern oder Räder starten und hatte eine Menge Schwierigkeiten.
    Amundsen, bat daraufhin Bernt Balchen, Byrd beim Bau der Flugzeugkufen zu helfen.
    Am 09. Mai 1926 um 0:30 Uhr startete Byrd mit seinem Co-Pilot Floyd Bennett mit 3.000 Liter Kraftstoff in den Tanks, genug für 23 Stunden Flugzeit.
    Um 9 Uhr 02 hatte er den Nordpol erreicht und umkreiste ihn ca. 14 Minuten und flog danach trotz Problemen mit einem der drei Motoren (Öl-Verlust) zurück zur Kings Bay.
    Um 16 Uhr 30 landete er wohlbehalten nach einer Flugstrecke von 2.575 Kilometer und einer Flugdauer von fast 16 Stunden auf dem Kongsfjord.
    Anmerkung: Ob Byrd den Nordpol wirklich erreicht hat, wird immer wieder bezweifelt! Lesen sie dazu mehr…


  • 1912 – Wladimir Alexandrowitsch Russanow – Spitzbergen

    Leitung: Wladimir Alexandrowitsch Russanow
    Auftrag: Erkundung von Spitzbergen

    Expeditionsteilnehmer:
    insgesamt: 14 Begleiter ⇒ 15 Mann

    Expeditionsfahrzeug: Hercules

    Chronologischer Ablauf:

    • 09.Juli 1912 Russanow bricht von Murmansk nach Spitzbergen auf.
    • 16.Juli 1912 Die Expedition erreicht die Westküste beim Bellsund.
      Zwar sah der ursprüngliche Plan vor, dass Russanow Ende Oktober desselben Jahres die Hercules zurückgeben sollte, die umfangreiche Polarausrüstung und Vorräte für 1 1/2 Jahre legen aber den Schluss nahe, dass Russanow von Anfang mehr als bloß Spitzbergen zu besuchen geplant hatte. Gemeinsam mit zwei Matrosen durchquerte er die Insel bis zur Ostküste. Beim Rückweg stürzte Russanow in eine Gletscherspalte, blieb aber wie durch ein Wunder unverletzt. Danach inspizierte er mit der Hercules die gesamte Westküste, entdeckte reiche Kohlevorkommen und setzte 28 Landmarken, die Russlands Recht zur Förderung der Ressourcen auf Spitzbergen markieren sollten. Daneben betrieb Russanow paläontologische, zoologische, botanische und ozeanographische Studien auf Spitzbergen. Danach schickte Russanow drei Matrosen auf einem norwegischen Dampfer zurück nach Russland, er selbst fuhr entgegen dem offiziellem Plan nach Osten.
    • 18.August 1912 Russanow schickt ein Telegramm ab, indem er sein Vorhaben ankündigt – Es sollte das letzte Lebenszeichen der Expedition sein. Er kündigte sein Vorhaben an, von Nowaja Semlja aus weiterzufahren, um die Nordostpassage zu finden.
      Von der Russischen Geographischen Gesellschaft organisierte Rettungsfahrten in den Jahren 1914 und 1916 blieben ergebnislos, 1934 wurden auf einer damals namenlosen Insel nördlich der Taimyrhalbinsel, die danach zu Ehren der letzten Expedition Russanows „Hercules-Insel“ genannt wurde, Gegenstände gefunden, die der Hercules beziehungsweise deren Besatzung zuzuordnen waren. Auch auf der benachbarten „Popow-Tschuktschin-Insel“ (Ostrow Popowa-Tschuktschina), benannt nach einem Matrosen der Expedition, wurden ebenfalls Spuren der Expedition gefunden. 1947 wurden auf Sewernaja Semlja ebenfalls der Russanow-Expedition zuzuordnende Gegenstände entdeckt.(1)


      1) Text aus der Wikipedia übernommen Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Alexandrowitsch_Russanow#Spitzbergen


  • 1907 – Walter Wellman

    Bezeichnung: 2.Versuch mit einem Luftschiff den Nordpol zu erreichen.
    Leitung: Walter Wellman
    Expeditionsfahrzeuge: Luftschiff: America

    Beschreibung:

    Nach dem 1906 der Versuch mit dem Luftschiff America den Nordpol zu erreichen scheiterte, startet Walter Wellman 1907 einen erneuten Versuch mit einem Luftschiff den Nordpol zu erreichen. Auch dieser zweite Versuch scheiterte. Wellman gelang nur eine Fahrt von 24 Kilometern mit seinem Luftschiff, bis er dann eine Bruchlandung erlitt. Wellman wurde vom Frankfurter Theodor Lerner geborgen.


    Siehe -> 1907 – Theodor Lerner – Spitzbergen Expedition „Wellman“

    Link’s: https://de.wikipedia.org/wiki/Danskøya#Geschichte